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Aluminium in Laugengebäck

Laugengebäck wird, wie der Name schon sagt, mit Lauge behandelt, bevor es gebacken wird. Kommt die Lauge mit Aluminium in Verbindung, das häufig in Backblechen enthalten ist, wird eben dieses Aluminium herausgelöst und geht in Folge ins Gebäck über. In Österreich gibt es – im Gegensatz zu unseren bayerischen Nachbarn – bis dato keine gesetzlichen Grenzwerte für Aluminium in Laugenbrezel & Co. Das war für den Verein für Konsumenteninformation (VKI) Grund genug, 24 Supermärkte und Bäckereien auf den Aluminiumgehalt in Laugengebäck zu testen (4/15).

 

Keine Grenzwerte in der EU
EU-weit gibt es keine Grenzwerte für Aluminium in Laugengebäck, ausgenommen ist Bayern. Dort darf Laugengebäck max. 10 mg Aluminium pro kg Frischgewicht enthalten (entspricht in etwa 0,75 mg pro Laugenstangerl). Liegt das Gebäck über diesem Wert, gilt es als nicht mehr für den Verzehr geeignet. Was übrigens im langjährigen Durchschnitt bei jedem fünften untersuchten Gebäck vorkommt.

Wieviel Aluminium steckt in österreichischem Laugengebäck?
Der VKI hat für den Test 24 Stück Laugengebäck bei unterschiedlichen Filialen großer Bäckereiketten gekauft und im Labor untersucht. Zudem wurde bei den Geschäften erhoben, ob und in welchem Ausmaß im Backprozess Aluminiumbleche eingesetzt werden. Die Aluminiumgehalte wurden eingeteilt in: niedrig = weniger als 5 mg/kg; mittel = 5 bis 10 mg/kg; hoch = über 10 mg/kg.
Bei 16 Produkten lag der Wert im niedrigen, bei 4 im mittleren Bereich. 4 Proben überschritten die 10 mg zum Teil sehr deutlich und lagen daher im hohen Bereich. Diese Produkte dürften in Bayern nicht mehr verkauft werden! Um sich innerhalb der Grenzwerte zu bewegen, kann der Konsument (mit 70 kg Körpergewicht) also je nach Hersteller 466 Laugenstangerl pro Woche (niedrigste getestete Belastung) oder nur 5 Laugenstangerl pro Woche (höchste getestete Belastung) essen. Bei einem Kind mit 20 kg dagegen liegt der Bereich bei 133 bzw. 1,5 Laugenstangerl pro Woche.

Auf das Backblech kommt es an
Warum ist Laugengebäck einmal kaum und ein anderes Mal stark mit Aluminium belastet? Ganz einfach: Auf das Backbleck kommt es an. In den Bäckereien werden laut Anfrage des VKI so gut wie immer Aluminiumbleche verwendet. Da die Lauge in Laugengebäck das Aluminium löst, lässt sich durch die richtige Wahl der Beschichtung (Teflon, Keramik, Silikon) oder die Verwendung von Backtrennpapier die Gefahr entschärfen.

Aluminium und Gesundheit
Aluminium steckt in Lebensmitteln, Lebensmittelzusatzstoffen, Verpackungen, aber auch in Kosmetika oder bestimmten Arzneimitteln. Ob zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Alzheimer-Erkrankung sowie Brustkrebs ein Zusammenhang besteht, ist noch nicht eindeutig bewiesen, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Im Zweifelsfall sollte man aber so wenig Aluminium aufnehmen wie möglich.

Gesundheitsministerium agiert
Sobald die Ergebnisse vorlagen, kontaktierte der VKI das Gesundheitsministerium und stieß auf offene Ohren. Seit einiger Zeit ist daher im Ministerium eine Leitlinie zur Herstellung von Laugengebäck in Arbeit. Zusätzlich wird es eine Aussendung an alle Bäckereien in Österreich geben, was genau in dieser Sache zu tun ist. Außerdem wurde die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) beauftragt, einen sogenannten Aktionswert für Aluminium zu definieren.

Quelle:
Verein für Konsumenteninformation; KONSUMENT, Ausgabe 9/2015; www.konsument.at