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1 Tag essen, 1 Tag hungern: Gesund oder schädlich?

Der Leidensdruck bei Betroffenen von Übergewicht und Adipositas ist oftmals sehr groß. Nicht nur das Wohlbefinden leidet unter den überschüssigen Kilos, auch die Gesundheit ist gefährdet. Das sogenannte 10in2-Programm verspricht nicht nur eine Gewichtsreduktion, sondern auch das Risiko für Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen und Diabetes durch regelmäßige Fastentage drastisch zu senken.
Aber hält das Programm tatsächlich, was es verspricht?

 

Wenige Vorgaben
Die von Bernhard Ludwig konzipierte „Morgen darf ich essen was ich will – Diät“ beruht darauf, jeden zweiten Tag, dem „Nicht-Ess-Tag“, vollständig auf jegliche Nahrungszufuhr zu verzichten. Reichlich Bewegung und die Aufnahme kalorienfreier Flüssigkeit werden angeraten. Am darauf folgenden „Ess-Tag“ soll bis zum Eintreten eines angenehmen Sättigungsgefühls gegessen werden, wobei es kaum Einschränkungen gibt. Einige Tipps für eine bewusste Lebensmittelauswahl werden gegeben.

In der Theorie
Durch das Fasten an jedem zweiten Tag soll überschüssige Energie, die in Form von Fett im Körper gespeichert ist, abgebaut und dadurch dauerhaft Gewicht verloren werden. So soll es möglich sein, neben der zusätzlichen Bewegung am „Ess-Tag“ nach Belieben essen zu können. Das klingt verlockend und einfach umzusetzen.

Einen entscheidenden Nachteil hat diese Methode allerdings: Das Eiweiß des Körpers wird angegriffen, wenn es durch das Fasten zu einer reduzierten Eiweißzufuhr kommt. Die Folge: Muskelmasse wird abgebaut und die Kalorienverbrennung sinkt.

Die Umsetzung
Im Alltag gestaltet sich das Einhalten dieser Diät auf längere Dauer schwierig. Konzentration und körperliche Leistungsfähigkeit können unter dem Fasten leiden, sind aber gerade im Berufsleben oft ständig gefordert. Auch ausgedehnte sportliche Aktivitäten wie Wanderungen und Fahrradtouren können zur Belastung werden. Ein wesentlicher Nachteil scheint die Familientauglichkeit zu sein, wenn man der einzige innerhalb der Familie ist, der die 10in2-Diät macht. Den anderen beim Essen zuzuschauen, ist auf Dauer nicht angenehm. Auch aus soziokultureller Sicht ist es bedeutsam, Mahlzeiten gemeinsam mit anderen einzunehmen. Gerade im Urlaub und bei Feierlichkeiten fällt es besonders schwer, sich an das Fasten zu halten und wenn dann doch damit gebrochen wird, plagt das schlechte Gewissen. Wird die Diät aufgegeben, lässt der berüchtigte Jo-Jo-Effekt durch den verminderten Energiebedarf oftmals nicht lange auf sich warten.

Fazit
Auf den ersten Blick verspricht diese Diät eine einfach umzusetzende Möglichkeit zur Gewichtsabnahme zu sein. Das Einhalten der Fastentage gestaltet sich jedoch besonders in Anbetracht der sozialen Komponente gemeinsamer Mahlzeiten auf Dauer schwierig. Ein dauerhafter Erfolg ohne Hungern und Verzicht kann nur mit einer langfristigen Ernährungs- und Bewegungsumstellung erzielt werden, abgestimmt auf den individuellen Bedarf wobei die Auswahl und Menge der Lebensmittel entscheidend ist. Fasten ist dabei nicht notwendig.

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