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Blutgruppendiät ist wissenschaftlich nicht haltbar

shutterstock_104349878Kennen Sie Ihre Blutgruppe? Dann haben Sie laut Peter D’Adamo, dem Erfinder der sogenannten Blutgruppendiät, den Schlüssel zum Schutz vor und zur Heilung von zahlreichen Zivilisationskrankheiten in der Hand. Die Blutgruppendiät soll unter anderem Übergewicht, Diabetes mellitus, Magengeschwüre heilen können und sogar den Gesundheitszustand von Krebs- und AIDS-Patienten verbessern.


Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) urteilt: „In keinem Fall ist wissenschaftlich dokumentiert, dass bestimmte Inhaltsstoffe (Lektine) in Lebensmitteln im Blut zu Verklumpungen führen. Eine Ernährung entsprechend der Blutgruppe ist weder ein Allheilmittel zum Schutz vor Zivilisationskrankheiten noch ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Blutgruppendiät bereits bestehende Erkrankungen günstig beeinflussen kann.“

D´Adamo leitet unterschiedliche Ernährungsempfehlungen für die Träger der einzelnen Blutgruppen sowie für bestimmte Krankheiten ab. Er behauptet, dass unterschiedliche Blutgruppen-Typen bestimmte Lebensmittel wegen der darin enthaltenen Lektine unterschiedlich gut vertragen würden. Deshalb sollen Vertreter der Blutgruppe-0 beispielsweise Weizen meiden, Blutgruppe-A auf Milchprodukte, Blutgruppe-B auf verschiedene Fische und Blutgruppe-AB auf Schweinfleisch verzichten.

ACHTUNG!
D´Adamo behauptet zudem: „Bestimmt man die Blutgruppe eines Menschen mit einer besonderen Krebserkrankung und setzt die geeigneten aus der Blutgruppe abgeleiteten Lektine ein, kann der Krebspatient ein wirksames neues Mittel nutzen, um so seine Überlebenschancen zu erhöhen“. So soll bei Brustkrebs ein Speiseplan mit Erdnüssen, Weizenkeimen, Linsen und Weinbergschnecken die Tumorzellen mit dem vorgeblich gefährlichen A-Faktor neutralisieren. Die Fakten sind laut DGE: Weder der Eintritt der Lektine in den Blutkreislauf noch die krebsheilende Wirkung sind belegt.

HINWEIS!
Die Blutgruppen unterscheiden sich durch sogenannte AB0-Antigene (Gewebeantigene) auf den roten Blutkörperchen. Jeweils eine bestimmte Gruppe von Zuckerbausteinen, ein sogenanntes Oligosaccharid, stellt die Grundstruktur für diese Klasse von Blutgruppen dar. Daneben gibt es auch andere Typen von Blutgruppen auf der Basis von Zuckern, die der Autor offensichtlich nicht beachtet. Eine Person hat die Blutgruppe A oder B, wenn die Grundstruktur der Blutgruppe 0 durch einen entsprechenden Zuckerbaustein erweitert ist.