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Bluthochdruck: Salz nur Teilschuld

Dass der dauerhaft erhöhte Salzkonsum die Ursache für Bluthochdruck darstellt, ist nur die Halbwahrheit. In den meisten Fällen liegt die Schuld der Hypertonie, so der medizinische Fachausdruck für Bluthochdruck, im Übergewicht; genau genommen im Bauchfett. Gibt es auch negative gesundheitliche Auswirkungen, wenn man Salz einspart? Ja. Vor allem bei älteren Menschen hat eine zu strikte Salzrestriktion sogar gefährliche Folgen.

Salz sparen hilft nur bei 15 % der Betroffenen
Fehlinterpretierte Tierstudien sowie falsche Verzehrsannahmen über den Salzkonsum waren Geburtsfehler der seit Jahrzehnten existierenden Legende, die das Salz zum Feindbild jedes Patienten mit Bluthochdruck machte. Die These der salzbedingten Blutdrucksteigerung basiert auf der Tatsache, dass Salz Wasser bindet.

Heute weiß man aus der Forschung, dass der Organismus wesentlich differenzierter reagiert. Lediglich 15 Prozent der Betroffenen reagieren auf eine Salzrestriktion mit einer leichten Senkung des Blutdrucks. Diese Patienten werden als „salzsensitive“ Menschen bezeichnet. Um herauszufinden, ob man zu den salzsensitiven Menschen gehört oder nicht, kann man sich durch eine dreiwöchige Versuchsphase, in der man salzreduziert isst, Gewissheit holen. Der Arzt misst innerhalb der Versuchsphase mehrmals den Blutdruck und kann am Ende daraus schließen, ob eine Salzrestriktion sinnvoll ist. Ist eine Salzreduktion tatsächlich notwendig, so liegt die Empfehlung bei 5 – 6 g Salz pro Tag.

Fade Kost
Zahlreiche Patienten quälten sich mit fader Kost – der größte Teil von ihnen völlig sinnlos. Selbst bei salzsensitiven Patienten bewirkt eine Salzreduktion vergleichsweise wenig. Die Blutdrucksenkung liegt bei maximal 5 mmHg.

Erhöhten Taillenumfang und Stress vermeiden
Selbst salzempfindliche Menschen senken ihren Blutdruck weit wirkungsvoller durch eine Gewichtsabnahme. Einige Kilogramm Gewichtsabnahme bewirken deutlich mehr, als es eine Salzreduktion vermag. Eine „gefährliche Mischung“ entsteht, wenn Übergewicht und Stress zusammenkommen. Wer etwas für einen gesunden Blutdruck (120 – 130 / 80 – 85 mmHG) machen möchte, sollte auf einen gesunden Taillenumfang achten und Stress vermeiden bzw. Stress abbauen. Mit regelmäßiger Ausdauerbewegung (mind. 3 mal je 1 Stunde pro Woche) kann man hier sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Übrigens sollten die Werte des gesunden Taillenumfangs bei Männern unter 102 cm und bei Frauen unter 88 cm liegen.