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Die Zuckersucht des Gehirns

iStock_000023805834XSmall„Dicke Menschen sind faul und haben keine Willenskraft!“ ist ein viel gehörter Satz in unserer Gesellschaft. Dass solche Vorurteile wirklich nur solche sind, sieht auch ein Leipziger Gehirnforscher so. Univ. Prof. Dr. Achim Peters hat beim 30. Ernährungskongress des Verbandes der Diaetologen Österreichs seine Theorien genauer erläutert. Das Gehirn spielt laut Peters eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel, die bisher sträflich vernachlässigt wurde. Zwei wichtige Faktoren dabei sind: die Energiezufuhr über Glukose sowie das Stresshormon Kortisol.

Das Gehirn ist zuckersüchtig: Das Gehirn steht am Ende des Energiestoffwechsels und reguliert die Glukoseaufnahme des Körpers so, dass es sein Bedürfnis an Glukose (= Zucker) befriedigen kann. 50 % des täglich aufgenommenen Zuckers verbraucht alleine unser Gehirn. In Stresssituationen kann dieser Verbrauch auf bis zu 90 % ansteigen! Um diesen hohen Bedarf überhaupt decken zu können, nimmt sich das Denkorgan die benötigte Energie einfach von anderen Organen. Bei manchen Menschen fällt die Kraft des Gehirns, Zucker aus dem Körper zu ziehen, aus oder funktioniert nicht mehr so gut. Daher meldet das Gehirn dem Körper, mehr Energie aufzunehmen, um die eigene Versorgung mit Zucker zu gewährleisten. Die Folge dieses Befehls ist, dass man mehr Kalorien aufnimmt, als der Körper eigentlich braucht. Das ist mit ein Grund, weshalb ein kleines Stückchen Schokolade oftmals nicht ausreicht.

Stress kann dick machen: Das Gehirn bildet in stressigen Phasen das Stresshormon Kortisol. Dieses Hormon wirkt in vielen Bereichen unseres Körpers, auch im Stoffwechsel. Hier fördert es unter anderem kurzfristig den Fettabbau. Ein über längere Zeit erhöhter Kortisolspiegel bewirkt hingegen, dass sich Bauchfett ansetzt.

Im Gegensatz zu Kortisol wirkt sich das Hormon Serotonin positiv auf unser Gemüt aus. Menschen mit einem hohen Serotoninspiegel im Gehirn sind ausgeglichener. Außerdem hat Serotonin eine appetithemmende Wirkung. Bei übergewichtigen Menschen sind der Tryptophanspiegel (= Vorstufe des Serotonins) im Blutplasma und der Serotoninspiegel im Gehirn verringert. Wodurch erhöht sich der Serotoninspiegel? Richtig: Schokolade.

Was dagegen tun?
– Kohlenhydratreiche Hauptmahlzeiten liefern dem Gehirn ausreichend Glukose.
– Ungesättigte Fettsäuren in Fisch, Nüssen und Öl wirken sich günstig auf die Stimmung aus.
– Schokolade oder ähnliche Süßigkeiten in Maßen genossen (ohne schlechtem Gewissen) fördern die Bildung von Serotonin.
– Alternativen zum Stressabbau helfen dabei, weniger Schokolade zu essen wie z.B. Bewegung in der frischen Luft, Musik hören, u.v.m.
– Essen Sie stressfrei und in Ruhe.