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Körperfett ist ein Organ

iStock_000015807869XSmallUnser Fettgewebe erfüllt nicht nur den Zweck des Vorratsspeichers für Hungerzeiten, sondern beeinflusst –  wie man in der Medizin in den letzten Jahren nachweisen konnte – eine Vielzahl von Prozessen im Körper. So begünstigt das Fettgewebe zum Beispiel Entzündungen und das Tumorwachstum und erhöht das Risiko für Herzinfarkt oder an Diabetes Typ II zu erkranken. Das Fettgewebe ist ganz wesentlich bei der Steuerung des Gesamtorganismus beteiligt und wird aufgrund dessen als „Organ“ bezeichnet.

Fett ist mehr als die Ansammlung von Fett: Fettzellen (Adipozyten) haben nicht nur eine Speicherfunktion, sondern reagieren auf viele Stoffwechselvorgänge. Das Fettgewebe besteht einerseits aus Fettzellen, enthält aber andererseits auch andere Zelltypen, die Substanzen verschiedener Art produzieren: Substanzen, die zu anderen Organen wie Leber oder Zentralnervensystem transportiert werden oder hormonelle Vorgänge beeinflussen. Daraus können Folgen wie Bluthochdruck oder Diabetes Typ II entstehen.

Je nachdem, wo das Fett liegt: Ob und welche Einflüsse das Fettgewebe auf Stoffwechselvorgänge hat, liegt an der Position des Fetts im Körper. Man unterscheidet Körperfett, das sich unter der Haut (subkutanes Fett) und zwischen oder an den Organen (viszerales Fett) befindet1. Zuviel viszerales Fettgewebe erhöht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Gefäßverkalkung aufgrund entzündlicher Prozesse.2 Fettgewebe schüttet zudem sogenannte Zytokine und Chemokine aus, die für die Entstehung von Entzündungen mitverantwortlich sind.

Epidemische Folgen: Aufgrund der weltweit dramatischen Zunahme von Übergewicht und Adipositas sind auch die daraus resultierenden Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes Typ II auf dem Vormarsch. Weil aufgrund von Übergewicht die Zahl der Diabetiker fast überall auf dem Globus steigt, spricht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer Epidemie.

Adipositas erhöht das Krebsrisiko: In jüngster Zeit wurden die Hormone des Fettgewebes – Adipokine genannt – für das erhöhte Risiko für das Auftreten von und die Sterblichkeit durch Krebserkrankungen bei Adipositas verantwortlich gemacht.

Das Risiko von Übergewicht / Adipositas zusammengefasst
Diabetes mellitus Typ II
Gefäßverkalkung
Bluthochdruck
Herzinfarkt und Schlaganfall
Entzündungen
Krebserkrankungen

Wie reduziert man die  Risikofaktoren?
Langfristig und langsam Körperfett reduzieren
Ausgewogene Ernährung
Mind. 3 x Ausdauerbewegung pro Woche
Medizinische Gesundenuntersuchungen

Literaturhinweise:
1 Fonseca-Alaniz MH, Takada J, Alonso-Vale MI, Lima FB. Adipose tissue as an endocrine organ: from theory tp practice. J Pediatr (Rio J) 2007; 83: S192-203
2 Öhman MK, Shen Y, Obimba CI, Wright AP, Warnock M, Lawrence DA, et al. Visceral adipose tissue inflammation accelerates atherosclerosis in apolipoprotein E-deficient mice. Circulation 2008; 117: 798-805
3 Park J, Euhus DM, Scherer PE. Paracrine and endocrine effects of adipose tissue on cancer development and progression. Endocr Rev 2011; 32: 550-70.